Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Switcher: Familienfreundliche Preispolitik

Switcher verkauft Bekleidung für die ganze Familie. Da Familien zum größten Teil nur über ein begrenztes finanzielles Budget verfügen, möchte Switcher gute Qualität in Form von Einhaltung des Öko-Tex 100 Standards, gleichbleibenden Farben und guter Stoffqualität bieten. Durch die niedrig- bis leicht mittelpreisige Positionierung erzielt Switcher hohe Absatzmengen und damit ein Economy by Scale. Switcher spricht offen von einer Marge von durchschnittlich 5 %, je nach Distributionskanal. Die Rabatte im Ausverkauf sind mit Rabatten herkömmlicher Anbieter im niedrig- bis leicht mittleren Preisniveau vergleichbar.

Die Preise der Marke Whale machen ca. die Hälfte der Marke Switcher aus. Hier wird jedoch meist auf den Einsatz von Bio-Baumwolle verzichtet und über Economy by Scale versucht, die notwendigen Deckungsbeiträge zu erwirtschaften.

Advertisements
Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Switcher: Partnerschaftliche Umsetzung sozialer Standards

Soziale Fairness bei Lieferanten wird durch langfristige Partnerschaften (zB Zusammenarbeit mit dem indischen Lieferanten Prem Group seit 1987) gelebt. Regelmäßige Bestellungen, zeitgerechte Vorankündigung neuer Aufträge und eine faire Einkaufspolitik geben den Lieferanten erst die Möglichkeit im eigenen Unternehmen faire Arbeitsbedingungen ein zu führen. Der Switcher Code of Conduct ist nach den Standards der MSI FWF gestaltet und wird an alle weiterverarbeitenden Betriebe zur Implementierung weitergeleitet. Switcher ist in den Bestrebungen, diesen Kodex auch zur tatsächlichen Umsetzung zu bringen, sehr engagiert und bringt sich aktiv mit ein. Zudem verifiziert die FWF die Switcher Kontrollen sowie das Einkaufsverhalten von Switcher und nimmt auch selbst stichprobenartige Kontrollen bei den Switcher Lieferanten vor. Speziell was den Anbau von Bio-Baumwollbauern anbelangt, steht Switcher seinen Lieferanten mit Schulungen beratend zu Seite. Beispielsweise werden die Bio-Bauern in der natürlichen Bekämpfung von Schädlingen, wie dem Baumwollkapselwurm, geschult.

Neben der Switcher Mitgliedschaft bei der FWF sind die Lieferanten der Weiterverarbeitung bei Switcher zudem SA8000 zertifiziert. Ferner verfügt Switcher über das Max Havelaar Fairtrade Siegel, welches Fairtrade Bezahlung der Bio-Baumwollbauern von Helvetas in Mali garantiert.

Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Smiling-Chain statt Supply Chain – mit der passenden Corporate Culture zu einer Win-Win-Situation für alle Stakeholder

Insbesondere die identitätsbasierte Markenführung ist bei Switcher sehr stark ausgeprägt. Die große Begeisterung für soziale und ökologische Nachhaltigkeit des Gründers soll sich auf die MitarbeiterInnen und Partner übertragen. Generell sieht Robin Cornelius Switcher mit all seinen Partnern und MitarbeiterInnen auch als Vorbild für eine neue Art von Unternehmenskultur.

Robin Cornelius spricht von der Freude und Begeisterung, die Arbeit mit sich bringen muss. Mit der Bezeichnung „Smiling-Chain“ bringt Switcher das Bestreben einer Win-Win-Situation für alle an der Wertschöpfung beteiligten Partner auf den Punkt. Dementsprechend gehört für Robin Cornelius das Kreieren einer Corporate Culture und das Generieren eines gemeinsamen Mindsets, ausgerichtet auf die Vision, zum essentiellen Aufgabenbereich des Managements. Auch das Rekrutieren von MitarbeiterInnen, deren persönliche Werte mit den Werten der Marke Switcher übereinstimmen, trägt zur Aufrechterhaltung der zur Marke Switcher passenden Corporate Culture bei. Der Werte-Fit zwischen MitarbeiterInnen und Marke, soll die Vermittlung von Glaubwürdigkeit der Marke unterstützen.

Das Marketing selbst ist bei Switcher mittels einer mehrdimensionalen Matrixorganisation zu beschreiben. So werden Produkt (Entwicklung, Design, Beschaffung) und Funktion (Marketing, Verkauf, Qualitätssicherung, CSR etc.) mittels Schnittstellen miteinander verknüpft. Konkrete Ziele und eine klar formulierte Mission helfen bei der Umsetzung der Strategie durch Management by Objectives. Eine Ethical Charta gibt den MitarbeiterInnen in der Schweiz Orientierung in Sachen Nachhaltigkeit, den Umgang miteinander und mit anderen Stakeholdern. Hauptinhalt der Charta ist die Einhaltung von Gesetzen und ethischen Grundsätzen, die Stakeholderorientierung sowie die Berücksichtigung von Sozialem und Umwelt relevanten Themen. Damit die Charta für alle MitarbeiterInnen verständlich ist, gibt es eine detaillierte Einführung für neue MitarbeiterInnen und Schulungen zu dem Thema.