Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Nachhaltigkeits-Controlling bei Switcher

Unternehmerischer Erfolg ist für Switcher nicht allein in Zahlen messbar. Lt. Robin Cornelius steht die Nachhaltigkeit von Unternehmen auf drei Säulen: Positiver Cashflow, gute soziale und gute ökologische Bedingungen.

Die konkrete Definierung von Nachhaltigkeits-Zielen wie zum Beispiel Verringerung des Wasserverbrauchs, Klimaneutralisierung etc. wird bei Switcher mittels eines Stakeholdervalue-Ansatz anhand von Indikatoren ermöglicht. Die Erstellung der Switcher Ökobilanz erfolgt durch Ecointesys, einem Spin-Off der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Dabei wird der ökologische Fußabdruck jedes Produktes, verursacht durch den Herstellungs- und Gebrauchsprozesses (ca. 50 Wäschen) berechnet, welcher auch durch den bereits erwähnten Code of Respect online abgerufen werden kann.

Die Index-Errechnungen werden neben dem Code of Respect auch im Katalog in der Kommunikation eingesetzt. So scheinen folgende Darstellungen neben dem Produkt auf:

Der CO2 Index gibt den Ausstoß des Kohlendioxids und anderer Schadstoffe in kg des gesamten Herstellungsprozesses (Rohstoffgewinnung bis Fertigprodukt) sowie dem Transport vom Produktionsort zum Verkaufspunkt an. Steht darunter das Wort „neutral“, so wurde der CO2 Ausstoß mittels Kompensationsprojekten neutralisiert.

Der H2O Index gibt den theoretisch errechneten Wasserverbrauch in Litern des gesamten Herstellungsprozesses (Rohstoffgewinnung bis Fertigprodukt) vom Produktionsort zum Verkaufspunkt an. Die %-Angabe verdeutlicht die von Switcher erzielte Reduktion gegenüber eines gleichartigen, jedoch herkömmlich produzierten Produktes.

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Switcher: Freiwilliger Gemeinschaftsbeitrag mit Hilfe der Stiftung außerhalb des Core-Business

Neben den zahlreichen sozialen und ökologischen Aktivitäten in der Supply Chain bzw. Smiling Chain, fördert Switcher über die, im Jahr 2004 gegründete, Switcher-Stiftung jährlich mit ca. 100.000 EUR Sozialprojekte im Bereich Kinderbetreuung, Bildung, Umwelt und Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen der Bevölkerung vor Ort in den Produktionsländern.

In China werden, in Zusammenarbeit mit Universitäten und Ausbildungszentren, Kurse für die MitarbeiterInnen der Partner für Informatik, Englisch, Japanisch und Aerobic gegeben. Dabei arbeitet Switcher auch mit Swisscontact einem NGO mit Sitz in der Schweiz zusammen, das Programm nennt sich YES (Youngster Educational Support). Pro Jahr nehmen knapp 300 MitarbeiterInnen dieses Programm in Anspruch.

In Afrika werden zwei Kinderstuben für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in den Dörfern Tanguiga und Tibin in Burkina Faso betrieben. Mehr als 100 Kinder werden von Freiwilligen, pädagogisch ausgebildeten Müttern, betreut. Speziell Kinder von benachteiligten Familien vom Land und Waisen erhalten auf diese Weise Erziehung und Verpflegung.

In Indien werden bereits seit 2001 sieben Schulen finanziert, seit 2004 über die Switcher-Stiftung. Über 1.000 Kinder haben dadurch jährlich den Zugang zu Bildung, Schuluniformen und Verpflegung sowie medizinischer Versorgung. Die Schulen sind staatlich anerkannt und bevorzugen vor allem Kinder aus unterprivilegierten Familien. Zusätzlich finanziert die Stiftung inzwischen auch drei mobile Schulen in Form von Schulbussen. Diese ermöglichen Straßenkindern, die arbeiten müssen und keine Unterstützung von ihren Familien bekommen, kostenlosen Zugang zu Bildungsmaßnahmen. – Über 120 Kinder profitieren inzwischen von der mobilen Schule.

Ferner werden auch in Indien, über das Programm YES, Weiterbildungsprogramme für junge ArbeiterInnen zwischen 16 und 25 Jahren durchgeführt. Es werden Kurse in Englisch, Staatsbürgerkunde, Gesundheit & Hygiene, Wissenschaft, Literatur, Computeranwendung, Allgemeinwissen, Handwerk und Handarbeit angeboten. Über 100 ArbeiterInnen nehmen an diesem Programm jährlich teil.

Gesundheitsvorsorge ist ebenfalls Bestandteil der Stiftungs-Aktivitäten in Indien. Das INDE Health Program betreut monatlich kostenlos ca. 1.500 Personen medizinisch und gibt kostenlose Arzneimittel aus. Vor allem Sehtests, Blutspenden und die kostenlose Abgabe von Präservativen inklusive Aufklärung über Aids sind Bestandteile des Programms. Zudem werden an den Switcher Schulen Spirulina Chikkies (Kekse) zur Nahrungsergänzung verteilt. Diese Kekse werden aus Süßwasseralgen hergestellt und enthalten für den Menschen wichtige Nährstoffe.

Unterstützt wird die Stiftung seit Kurzem von der indischen Band Paléo. Begeistert vom Engagement der Switcher Stiftung engagieren sich 20 Musiker für die Switcher Schulen und geben den Kindern die Gelegenheit Musikinstrumente zu erlernen.

Mittels sechs Switcher LKWs werden zudem jeden Tag kostenlos 12.000 Liter Trinkwasser an die Bevölkerung verteilt, die ansonsten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hätte.

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Switcher: Multi Channel Distribution

Switcher verfügt über einen Mehrkanalvertrieb. knapp 300 Verkaufspunkte in der Schweiz bilden das Einzelhändler-Vertriebsnetz. Vertrieben wird über Modeboutiquen, Sportshops oder in Corners innerhalb von größeren Verkaufshäusern. Somit verkauft Switcher vor allem in herkömmlichen Distributionskanälen, um auch die Masse bzw. die öko-sozial passiven Kundentypen zu erreichen. Auch Vorwärtsintegration, mittels Shops auf Franchise-Basis und Shop in Shop Corners, wird betrieben. Die Partner werden mit Kommunikationsmaterial für den POS unterstützt. Zusätzlich wird vorwiegend Online-Sprungwerbung praktiziert, um bei potentiellen NachfragerInnen einen Nachfragesog und damit im Handel einen Pull-Effekt zu bewirken.

Im direkten Vertrieb werden Online Shop und die Belieferung direkt an Industriepartner bzw. Großabnehmer kombiniert. Insgesamt befinden sich 1.051 Industriekunden im aktiven Kundenstamm. Hierzu gehören Kunden, die im Bereich Druck, Stickerei, Werbeartikel, Berufsbekleidung, Sportbekleidung und individualisierte Textilien arbeiten. Diese Kunden sind zum größten Teil Mitglieder des Switcher Coporate Händlernetzes. Entscheidend für die Mitgliedschaft ist der Jahresumsatz. Je nach Umsatz werden die Kunden nach TOP, A oder B differenziert.

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Switcher: Authentische Kommunikation

Switcher legt sehr viel Wert auf authenthische, sprich zur Marke passende, Kommunikation. Klassische Werbemaßnahmen im Sinne von Inseraten, Plakaten etc. werden äußerst selten genutzt. Der hohe Bekanntheitsgrad von 80 % in der Schweiz wurde hauptsächlich über Sponsoring und PR-Maßnahmen herbei geführt. Sponsoring wird vor allem im Sportbereich betrieben – beispielsweise als Ausrüster des Swiss Olympic Teams oder des Schweizer Turnerverbands.

Robin Cornelius ist selbst sehr stark in die Öffentlichkeitsarbeit involviert. Vor allem durch Vorträge versucht er für das Thema Nachhaltigkeit, Verantwortung von Unternehmen und KonsumentInnen generell und in Zusammenhang mit der T&B-Industrie zu sensibilisieren und das Bewusstsein für eine sozial und ökologisch verträgliche Marktwirtschaft zu schärfen. Er trägt damit als Gründer, Mehrheitsbeteiligter und Präsident des Verwaltungsrates stark zur Glaubwürdigkeit der Marke bei. Ende 2010 wird er zudem ein eigenes Buch, mit dem Titel „Über-Leben“ veröffentlichen, in welchem er seine Sichtweise über das Leben von Werten im System Wirtschaft für die Öffentlichkeit darlegen wird. Ferner ist ein, von ihm eigens betreuter, Blog angedacht. Warum er seine Person so stark für die Vermittlung von Glaubwürdigkeit einsetzt, begründet er in folgendem Statement „Switcher ist ein großer Teil von mir. 30 Jahre meines Lebens.“ Auf diese Weise wird die Marke Switcher sehr stark durch Robin Cornelius selbst personifiziert.

In Sachen Glaubwürdigkeit setzt Switcher auf totale Transparenz, nach dem Motto „we have nothing to hide“. So wird seit 2002 jährlich ein übersichtlich gestalteter CSR Bericht (Inhalt: Organisationsstruktur, Vision & Strategie, Stationen der Switcher-Entwicklung, Stakeholder, Unternehmensführung, Managementsystem, Umwelt, Switcher-Stiftung, Schlussfolgerungen) sowie seit 2004 ein Jahresbericht über die Stiftungsprojekte veröffentlicht. Seit 2005 gibt es bei Switcher zudem eine eigene Firmenzeitung. Die FWF veröffentlicht ebenfalls jährlich einen Bericht über die Verhaltenskodex-Umsetzung bei den Switcher Lieferanten. Alle Berichte werden sowohl offline als Printausgabe, als auch online auf der Website zur Verfügung gestellt.

Je nach Involvement können sämtliche Informationen in Sachen Nachhaltigkeit über das Internet abgerufen werden. Zudem findet ein aktiver Stakeholder-Dialog auf der Facebook Gruppe von Switcher selbst und Gruppen, die von Fans gegründet wurden, statt. Zahlreiche Videos über Switcher und die sozialen und ökologischen Aktivitäten sind über Youtube abrufbar, werden jedoch auch auf Facebook gepostet. Besonders über Video wird interessierten Stakeholdern die Information sehr attraktiv und leicht verständlich, mit viel emotionalem Bildmaterial näher gebracht. Der Empfänger bekommt Einblicke, welche Auswirkungen sein Kauf von Switcher Produkten auf die Menschen, beispielsweise in Indien, hat. Viele der Switcher MitarbeiterInnen sind auch im Online Business Network Xing erreichbar, was die Kontaktaufnahme für Interessierte erleichtert.

In der Kommunikation betont Switcher stark das Thema Respekt gegenüber Mensch, Tier und Natur. Die Bilderwelt von Switcher zeigt sowohl einfache, emotionslose und informationsgeladene Produktfotos, als auch schwerpunktmäßig Familien, abgebildet in der Natur, teilweise mit Windmühlen im Hintergrund (Hinweis auf den Einsatz von Windmühlenenergie-Anlagen bei Prem Group in Indien). Immer wieder scheinen im Katalog und auf der Website auch Fotos von den Herstellungsfabriken und ihren MitarbeiterInnen, gemeinsam mit MitarbeiterInnen aus der Schweiz, auf. Auch Fotos der Stiftungsprojekte werden gezeigt. Viele Fotos, Videos, das Logo und Produktinformationsblätter stehen Online zum Download zur Verfügung.

Der Gemeinnutzen steht in Form von Respekt und Verantwortung in der Kommunikation im Vordergrund. Beispielsweise lautet die Botschaft der neuen Kampagne für das Fairtrade Bio-Shirt mit Klimaneutralisierung folgendermaßen:

„Das T-Shirt einer verantwortungsbewussten Generation. – Respekt ist unsere Antriebskraft. Respekt gegenüber der Erde, ihren Bewohnern, der Natur und den nachkommenden Generationen. Seit über 25 Jahren setzen wir uns für eine ethische und biologische Produktion ein. Wir garantieren absolute Transparenz in unserer Produktionskette – weil Konsum und verantwortungsbewusstes Handeln heute untrennbar verbunden sind.“

Im Katalog sind neben den Produktfotos und Beschreibungen zahlreiche Gütesiegel (auch eigene) angeführt, welche die Glaubwürdigkeit unterstreichen und die, für jedes Produkt einzeln, beachteten sozialen und ökologischen Aspekte (bio, fairtrade, Schadstoffbelastung, Wasserverbrauch, Rückverfolgbarkeit, Öko-Tex 100 Standard, Sonnenschutz, SA8000 etc.) verdeutlichen, wie folgende Darstellung zeigt:

Die totale Transparenz gewährleistet Switcher unter anderem mit dem Code of Respect. 98 % der von Switcher hergestellten Artikel sind mit einem Rückverfolgbarkeitscode versehen, der in Form eines Etiketts am Textil angebracht ist. Die KundInnen können diesen Code auf www.respect-code.org eingeben und erhalten Informationen, bei welchen Unternehmen und unter welchen Arbeitsbedingungen das Produkt hergestellt wurde. Zusätzlich werden auch die CO2-Belastung und der Wasserverbrauch der gesamten Wertschöpfungskette angeführt.

Robin Cornelius spricht in Zusammenhang mit Switcher von einer Educational Brand. Das ist wohl auch der Grund, warum Switcher in der Vermarktung auf die emotionale Vermittlung des Gemeinnutzens fokussiert und weniger auf den Individualnutzen.

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Switcher: Partnerschaftliche Ressourcenschonung, Giftstoffvermeidung und Klimaneutralisierung

Egal ob Synthetik- oder Naturfaser, auch in der Weiterverarbeitung wird auf Gesundheits- und Umweltbelange geachtet. So sind die zur Färbung eingesetzten Farben nach Öko-Tex 100 zertifiziert (Grenzwerte bei Schadstoffen werden dadurch eingehalten). Zudem wird in sämtlichen Fabriken auf die Abwasseraufbereitung und Salzrückgewinnung geachtet. Allein beim indischen Lieferanten Prem Group werden dabei von 4.200 kg Salz 3.700 wieder zurück gewonnen und 95 % der Abwasser gereinigt. Neben den ökonomischen Einsparungen bringen diese Maßnahmen auch den Schutz des Grundwassers mit sich. Umweltschutz kann also auch rentabel sein, sofern ca. 700.000 EUR in eine Abwasseraufbereitungsanlage investiert wurden.

Umweltschutz, in Form von Energieversorgung, ist ebenfalls ein sehr großes Thema bei Switcher. So wird zum Beispiel im Headquarter in Le Mont-sur-Lausanne Strom aus Wasserkraft bezogen und das Firmendach für eine Solaranlage der Firma Edisun Power AG zur Verfügung gestellt. Auch in Indien wurde aus alternativer Energie die Versorgung der Spinnereimaschinen mit Strom mittels 26 Windgeneratoren sicher gestellt. 30 % des CO2 Ausstoßes konnten dadurch reduziert werden. Ferner wurden zwei solarbetriebene Herdöfen für die Essenszubereitung in der Kantine bei Prem Group installiert.

Auch im kleinen Stil wird mit großer Wirkung optimiert. Mittels Paper Management werden am Firmensitz in der Schweiz (Entwicklung hin zur elektronischen Archivierung) jährlich 75.000 Blatt Papier eingespart. Weiters werden durch den Austausch von acht Geschäftsfahrzeugen gegen Fahrzeuge mit Hybridantrieb jährlich 8.000 l Benzin reduziert.

Ferner wird bei der Verpackung, speziell bei den Transportkartons, auf einen recycelten Altpapier Anteil geachtet (je nach Modell 38-80 %). Die Kartons stammen von der Firma Model emballages SA in Moudon, welche ICCA und ISO 9001 zertifiziert ist, Farben ohne Schwermetalle verwendet und das Reinwaschen der Zellulose ohne Chlor vornimmt. Zudem werden sämtliche Verkaufsunterlagen auf Umweltschutzpapier gedruckt.

Betreffend Transportlogistik wird 60 % des Switcher-Versands über die Bahn abgewickelt, 40 % über LKW. Warenversand mittels Flugverkehr wird vermieden und macht im Wareneingang ca. 4 % aus, der größte Teil der Waren, 73 % kommt jedoch mit Schiff und Bahn aus den Produktionsländern in die Schweiz und die restlichen 23 % per LKW.

Insgesamt sind 13 Modelle im Sortiment CO2-kompensiert. Switcher arbeitet für die Klimaneutralisierung mit der Schweizer Organisation myclimate.org zusammen. Diese fördert mit Kompensationszahlungen u.a. von Switcher ein Projekt für den Ersatz von Erdöl durch Bio-Masse in der indischen Region Kotdwara im Nordosten Neu-Dehlis. Öfen von Unternehmen, Restaurants, Krankenhäusern und Schulen werden ausgetauscht und mittels Bio-Masse Brickets befeuert. Für die Verwender bedeutet diese Umstellung eine bedeutende Kostenersparnis und für die Umwelt weniger Ressourcenverbrauch und Emission. Die Bio-Masse Brickets werden zudem direkt in Indien hergestellt und schaffen somit wieder neue, faire bezahlte Arbeitsplätze.

Weitere Klimaschutz-Projekte werden mit dem Partner der Post Schweiz durchgeführt. Unter dem Projekt Pro Clima-Paket wird ein freiwilliger Zuschlag von CHF 0,10 pro Paket von Switcher gezahlt, womit die Post ihre versandbedingten Emissionen mittels verschiedener Projekte klimaneutralisiert.

Betreffend unabhängige Zertifizierung durch Dritte arbeitet Switcher für alle Produkte mit der Zertifizierung von Öko-Tex 100 zusammen, welche sich auf die Schadstoffgrenzen Einhaltung des Endprodukts konzentriert. Eine Zertifizierung mit Öko-Tex Standard 1000 ist in Arbeit – diese bezieht sich auf die Einhaltung von Schadstoff-Grenzwerten über die ganze Wertschöpfungskette hinweg. Zudem ist Switcher ISO 14001 zertifiziert und hat mit Helvetas (Schweizer Entwicklungshilfe) eine langfristige Partnerschaft in Bezug auf Abnahme von Fairtrade Bio-Baumwolle aus Mali, welche in den Spinnereien der Prem Group weiterverarbeitet werden.

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Switcher Produkte-Sortiment: Fairtrade, Bio, Recycling bestimmen die textile Zukunft

Die erste Kollektion von Switcher umfasste zwei Modelle: ein T-Shirt und ein Sweatshirt. Inzwischen befinden sich zahlreiche Modelle für Männer, Frauen, Kinder und Produkte im Accessoirebereich im endverbrauchergerichteten Sortiment. Aufgeteilt in die fünf Kategorien basic, sport, outdoor, fashion und junior. Die Modelle sind vorwiegend einfärbig und mit bequemen, moderne (aber keinen ausgefallenen) Schnitten versehen. Switcher ist bekannt für die große Farbauswahl und das Switcher Colour System, welches jedes Jahr exakt die gleichen Basic Colours garantiert. Seit 2010 bietet Switcher auch besonders strapazierfähige Workwear (Arbeitsbekleidung) an.

Insgesamt werden 50 % des Switcher Umsatzes durch den Vertrieb von Bekleidung und Accessoires über den Einzelhandel und
50 % durch Produkte, die unter der Marke Whale, mittels Druck und/oder Stickerei weiterverarbeitet und an Großkunden gehen (zB Corporate Fashion, Bekleidung für Sport-Mannschaften, Werbegeschenke von Unternehmen an Kunden), gemacht.

Gefertigt wird mit insgesamt 30 Lieferanten in Indien, Bangladesch, Taiwan, China, Portugal, Slowakei, Türkei und Rumänien zu fairen Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen in den Fabriken und zu kontinuierlich verbesserten ökologischen Bedingungen. Grundsätzlich steht Switcher in Sachen Produkt für gute Qualität, lange Haltbarkeit und ein übersichtliches Sortiment – ergo für „Slow Fashion“.

Ab 2011 werden alle Switcher Produkte, welche Baumwolle enthalten, zu 100 % auf Fairtrade Bio-Baumwolle umgestellt. Alles, was unter der Marke Whale vertrieben wird, ist ebenfalls Fairtrade, enthält jedoch nur gegen Aufschlag Bio-Baumwolle. Es steht jedoch im Raum, dies langfristig zu ändern und auch unter der Marke Whale nurmehr Bio-Baumwolle anzubieten.

Funktionelle Sport- und Outdoorbekleidung wird aus recyceltem PET hergestellt. Bei den synthetischen Fasern ist bei Switcher ein Anteil von 80 % an recyceltem Material enthalten. Mehr ist derzeit lt. Robin Cornelius technologisch nicht möglich, ohne dass es die Qualität der Fasern beeinträchtigen würde. Die Vorteile der synthetischen Fasern liegen für den Träger in der Leichtigkeit des Materials und der Pflegeleichtigkeit im Gebrauch – d. h. diese Faser kann mit niedriger Temperatur gewaschen werden und das Bügeln erübrigt sich in den meisten Fällen. Diese Pflegeleichtigkeit schützt zudem die Umwelt durch Ressourcenschonung während der Gebrauchsphase des Textils. Aus Sicht von Switcher liegt ein weiterer Vorteil in der Reduktion von Kontrollen in der Herstellung, da sich die Probleme des Naturfaser-Anbaus erübrigen. Die Forcierung von Fasern aus recyceltem Material liegt vor allem in der Ansicht von Gründer Robin Cornelius begründet, welcher der Baumwolle keinen langfristigen Platz in der nachhaltigen Herstellung von Textilien einräumt: „Baumwolle hat keine Zukunft in der Nachhaltigkeit, weil der Wasserverbrauch enorm ist und das Land, auf dem Baumwolle angebaut wird, für den Anbau von Lebensmitteln dienen könnte, in 50 Jahren ist cotton out, dzt. leben aber noch zu viele Leute vom Baumwoll-Anbau“. Lt. Robin Cornelius ist recyceltes Polyester die Zukunft nachhaltiger Bekleidung.

Zum funktionellen Bekleidungssortiment aus Naturfasern gehören auch fünf Artikel, welche nach UV Standard 801 (strenger als die von den australischen und neuseeländischen Behörden verfasste Norm AS/NZS 4399) zertifiziert sind. Damit können sich besonders sonnenempfindliche Hauttypen vor Sonnenbrand und damit vor Hautkrebs schützen.