Best Practices

Die Daten, mit denen die Fallbeschreibungen befüllt werden, stammen in erster Linie aus den geführten Interviews. Ein Interview dauerte im Schnitt 1,5 h. Zusätzlich wurden, falls öffentlich zugänglich, Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte untersucht. Verschiedene Durchgänge der Webrecherche berücksichtigten die Website des Unternehmens und die, im deutschsprachigen Raum gängigsten, Social Networks, wie Xing, Facebook, Twitter und Youtube. Bei hessnatur wurde zusätzlich ein Interview von Wolf Lüdge mit Cornelia Geißler vom Harvard Business Manager, welches Anfang 2010 durchgeführt wurde sowie eine Fallstudie über hessnatur aus dem Jahr 1997, in der auch Aussagen des Gründers Heinz Hess anzutreffen waren, mit eingebaut. Die Fallbeschreibungen sind Ergebnis der gesammelten subjektiven Eindrücke der Verfasserin.

Basierend auf der Forschungsfrage, wie mittels Nachhaltigkeits-Marketing in der T&B-Industrie das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann und der damit verbundenen, unterstützenden Frage „Wird Nachhaltigkeits-Marketing in der Praxis von den befragten Unternehmen in der T&B-Industrie angewendet? Falls ja, in welchem Ausmaß?“ erfolgte die Orientierung der Falldarstellung am Nachhaltigkeits-Marketing Ansatz für Anbieter. Somit wurde jede einzelne Ebene auf deren Praxisanwendung hin untersucht und bei Vorhandensein beschrieben.

Bevor die Fallbeschreibungen folgen, möchte die Verfasserin die LeserInnen auf die Definition von Bio-Baumwolle hinweisen, da Bio-Baumwolle bei allen Unternehmen eine Rolle spielt und die Definition von Bio nicht immer wieder aufs Neue erklärt werden soll.

Für die Deklaration von Baumwolle (oder auch sonstigen Naturmaterialien wie Leinen, Hanf etc.) als Bio bzw. aus kbA gelten folgende Kriterien: kein Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut, kein Pestizideinsatz (natürliche Schädlings­bekämpfungsmittel), kein Herbizideinsatz (mechanische oder natürliche Mittel), kein künstlicher Dünger (natürlicher Dünger wie Mist), keine Entlaubungsmittel (d. h. von Hand gepflückt), Fruchtwechselwirtschaft (zur Aufrechterhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens) und sparsame Bewässerung (vorzugsweise Tröpfchenbewässerung, keine Flutungen).

Analog zu kbA gibt es auch kbT. Die kontrolliert biologische Tierhaltung verbietet den Einsatz von Pestiziden zum Schutz vor Schädlingsbefall, Fütterung mit biologischem Futter ist obligat, es darf keine Zufütterung erfolgen, Antibiotika gilt es weitestgehend zu vermeiden – d. h. vorwiegend Krankheitsbehandlung mit Hilfe natürlicher Mittel, weiters dürfen keine Hormone eingesetzt werden und das Praktizieren von Mulesing[1] bei Schafen ist verboten.

Zu beachten ist, dass auch bei Textilien aus Bio-Baumwolle im Normalfall ein gewisser Anteil an Elasthan (dehnbare Kunstfaser) (zwischen 5 und 15 % pro Textil), zwecks besserer Passform enthalten ist. Ist also von 100 % Bio-Baumwoll Anteil die Rede, ist damit gemeint, dass der Anteil von Baumwolle im Textil, zu 100 % aus Bio-Baumwolle besteht.


[1] Mulesing ist ein Verfahren, bei dem vor allem in Australien den Schafen die Hautfalte am Hinterteil, meist ohne Betäubung entfernt wird, um die Schafe vor einem Befall mit Fliegenmaden zu schützen. Diese Präventions-Prozedur ist sehr schmerzhaft und von Tierschützern stark kritisiert

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Case Studies in der Master Thesis enthalten – hier gratis zum Download:

Master Thesis zum Download: http://bit.ly/29fp30S

Case Studies: Göttin des Glücks, hessnatur, REMEI, Switcher, TRIGEMA

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Ein Kommentar zu „Best Practices

  1. Hallo Sabrina,

    sehr interessanter Blog – toll, dass du deine Arbeit auf diesem Wege einem breiten Publikum zugänglich machst!

    Schöne Grüsse,
    Bettina

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