Intro

Ähnlich wie der Begriff Nachhaltigkeit, ist auch Marketing ein Begriff, der viele unterschiedliche Interpretationen erfährt. Für beide Begrifflichkeiten herrscht noch kein breiter Konsens in der Auffassung und durch Missbrauch der Möglichkeiten, welche beide Entwicklungen bieten, stehen sehr viele Vorurteile im Raum. Zudem ist das Verständnis des kommerziellen Marketings höchst widersprüchlich zu den Zielen der Nachhaltigkeit. Ist es doch Fokus des Marketings, die Nachfrage zu beeinflussen, um den Absatz und den Gewinn von Unternehmen zu steigern. Dies geht auch mit negativen Auswirkungen auf die gesellschaftliche und natürliche Umwelt einher. Kommerzielles Marketing führt zu einer Ökonomisierung des Lebens, überhöht massiv den materiellen Konsum und fördert auf diese Weise die Überbeanspruchung natürlicher Ressourcen.

Soziale und politische Veränderungen in den letzten Jahrzehnten haben nicht nur das Marketing in eine Legitimations- und Vertrauenskrise gestürzt, sondern generell das System Wirtschaft in Zusammenhang mit dem Kapitalismus. Das steigende Bewusstsein der Bevölkerung für gesellschaftspolitische Probleme hat das öffentliche Interesse am Verhalten von Unternehmen erhöht. Vor allem NGOs und Medien tragen zur kritischen Wahrnehmung von Unternehmensaktivitäten, in Hinsicht auf Umwelt und Soziales bei. Unternehmen, die diese Entwicklungen ignorieren, müssen mit massiven Akzeptanzproblemen bei Bekanntwerden von Missständen rechnen. Beispiele wie der Nike-Boykott oder die Brent Spar Affäre in den 90ern gehören leider nicht der Vergangenheit an. Aktuell gibt die Ölkatastrophe von BP wieder Anlass zu Kundenboykotten. Die Externalisierung von sozialen und ökologischen Schädigungen wird von vielen Stakeholdern immer schärfer verurteilt. Für Vertrauen und Legitimation müssen Unternehmen im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung ökologische und soziale Zieldimensionen mit den ökonomischen vereinen.

In vielen Bereichen, wie im Energiemarkt (regenerierbare Ressourcen wie Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme, Biogas etc.), Bau- bzw. Immobilienmarkt (Niedrigenergie- und Passivhäuser) und im Lebensmittelmarkt (Bio- und Fairtrade Produkte) gibt es Anzeichen für ein verstärktes Nachhaltigkeits-Denken auf Anbieter- und Nachfragerseite. Auch im Textil- und Bekleidungssektor ist dieser Trend spürbar.

Wie authentisches Nachhaltigkeits-Marketing in der Textil- und Bekleidungsindustrie aussehen kann, welche Best Practices es derzeit schon am Markt gibt und welche Handlungsempfehlungen davon abgeleitet werden können, erfahren LeserInnen dieses Blogs.

Spezieller Dank gilt meinen InterviewpartnerInnen Lisa Muhr (Göttin des Glücks), Wolf Lüdge (hessnatur), Patrick Hohmann (REMEI), Robin Cornelius (Switcher) und Wolfgang Grupp (TRIGEMA), die mich mit ihrer Kooperationsbereitschaft und ihrer persönlichen und unternehmerischen Haltung zum Thema Nachhaltigkeit allesamt zutiefst beeindruckt haben.

3 Kommentare zu „Intro

  1. Hallo Frau Zerlauth.
    Besten Dank für die Info über Ihren neuen Blog. Der ist toll gemacht und bereits vom Start weg mit interessanten Themen gefüllt. Spannend finde ich, dass Sie auf die gleichen Hersteller kommen, die wir als nachhaltiger Anbieter von Promotionsartikeln im Portfolio haben. Ich werde Ihnen hier gerne bei Gelegenheit weitere gute Produzenten nennen.
    Liebe Grüsse
    Manfred Janek

  2. In der Textilbranche sehe ich nachhaltiges Marketing als machbar und bisweilen auch als sinnvoll an. Der Text klingt leider so, als ließe sich die Nachhaltigkeit in allen Branchen verwirklichen. Das heißt nicht, dass es womöglich nicht machbar wäre, aber den Kunden ist es in bestimmten Branchen ziemlich egal. Spontan fallen mir da die Rüstungsbranche und die Filmbranche ein.

    Nachhaltigkeit funktioniert nur dort, wo es für den Kunden von Bedeutung ist.

    Dennoch: Wertvolle Artikel, die man gelesen haben sollte!

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