Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Strategisches Nachhaltigkeits-Marketing bei TRIGEMA

Wolfgang Grupp will mit qualitativ hochwertigen und teilweise sehr innovativen Produkten sowie einer möglichst hohen Automatisierung die Arbeitsplatzsicherung für sich und seine MitarbeiterInnen erreichen. Lt. Wolfgang Grupp ist menschliche Arbeitskraft in einem Hochlohnland wie Deutschland dann nicht zu teuer, wenn konstant Arbeit zu erledigen ist. D. h. eine ausgeglichene Auslastung der Produktion muss gewährleistet sein. Das bringt eine Produktion auf Lager mit sich. Damit stellt Wolfgang Grupp wieder einmal mehr, die Sicherheit der Arbeitsplätze vor das Kapital und demonstriert Risikobereitschaft: „Wir produzieren bei TRIGEMA von Januar bis Dezember bei voller Auslastung unserer Mitarbeiter. Dabei produzieren wir auf Lager und tragen das volle Risiko, dass das was wir produzieren dann auch verkauft wird. Das kann ich machen, weil ich persönlich der Inhaber bin und unabhängig von Geldgebern. Andere würden dieses Risiko gar nicht übernehmen wollen. Wir haben nämlich ein Warenlager von 30-40 Mio. EUR. Dank meiner Erfahrung bin ich bereit, dieses Risiko zu tragen.“ Die Kapitalbindung spielt, bei dem über Eigenkapital finanzierten Unternehmen, nicht so eine große Rolle, wie die kontinuierliche Auslastung der Produktion.

Positionierung

TRIGEMA definiert sich über Qualität & Innovation, sprich lange Haltbarkeit der Produkte, korrekte Einlaufwerte, Farbechtheit und Funktion in Kombination mit angenehmer und gesunder Trageweise. Das Design ist vor allem im Bereich Sportbekleidung zeitlos klassisch. Auch das positive Gefühl, mit dem Kauf eines TRIGEMA Produktes zur Aufrechterhaltung des Wohlstandes in Deutschland beigetragen zu haben, wird anhand von fairen Preisen mit verkauft. Prompte Lieferungen und hohe Flexibilität, vor allem für Großkunden, runden die Leistungen ab.

Zum Thema Markenführung meint Wolfgang Grupp: „Der Aufbau einer Marke ist sehr aufwendig herzustellen, wenn das nur über herkömmliche Werbung gemacht wird. Viele Marken gingen ja schon mal den Insolvenzweg (Jil Sander, Joop, Adidas, Puma, Schiesser und wie sie alle heißen) – wenn man sich nur auf den Aufbau einer Marke, hauptsächlich durch Werbung, konzentriert und ansonsten nichts zu bieten hat, dann merken das die Konsumenten – die sind nicht dumm. Unser Image ist nicht wegen Werbung so gut, sondern wegen der gelebten Werte.“

Preispositionierung

TRIGEMA steht für faire Preise. Die meisten Artikel sind im mittleren bis leicht hohen Preissegment angesiedelt. Eine Ausreizung nach oben, wie bei so genannten A-Brands, ist lt. Wolfgang Grupp uninteressant für TRIGEMA.

Zielgruppe

Die TRIGEMA Zielgruppe beschreibt Wolfgang Grupp folgendermaßen: „Wir bei TRIGEMA decken vom Kleinkind bis zur Großmutter bzw. zum Großvater einiges mit unserem Sortiment ab. Ich möchte, dass sich bei mir jeder eindecken kann. Das war nicht immer so. Als wir noch stark mit den Kaufhäusern zusammengearbeitet haben, habe ich mich nach den Kunden gerichtet … der eine wollte zum Beispiel nur Kinderbekleidung … die hat er gekriegt. Seit wir selbst verkaufen, richten wir uns nach den Verbrauchern und bieten jedem von ihnen etwas – zumindest unabhängig von Alter und Geschlecht. Fangen wir mal bei den Babies an … Mütter, die sonst bei H&M kaufen, kommen dann gerne auch zu uns, weil dann durch das viele Waschen vor allem die Haltbarkeit und eben die Qualität eine größere Rolle spielt. Als Baby, Kind und angehende Jugendliche sind sie dann meist auch Kunde bei TRIGEMA. Ab einem Alter, wo die Jugendlichen selbst entscheiden, was sie anziehen, kommen natürlich wieder diese Mode-Trends ins Spiel, was die Jugendlichen Ed Hardy und & Co kaufen lässt. Da will man eben cool und trendy sein … die „anständig“ Erzogenen tragen aber weiterhin TRIGEMA. Ich krieg auch immer wieder mal Post von solch jungen Leuten, die mir schreiben, dass sie gerne TRIGEMA kaufen, weil sie wissen wollen, wo und wie die Kleidung produziert wurde und ihnen TRIGEMA dadurch einen Mehrwert bietet, den sie von anderen Marken nicht bekommen. Je vernünftiger die Leute mit dem Alter werden und nicht mehr jedem Mode-Trend hinterherjagen, sondern auf klassische Qualitätsmode setzen … um so mehr zählen diese Menschen zur TRIGEMA Zielgruppe.“

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