Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Switcher: Authentische Kommunikation

Switcher legt sehr viel Wert auf authenthische, sprich zur Marke passende, Kommunikation. Klassische Werbemaßnahmen im Sinne von Inseraten, Plakaten etc. werden äußerst selten genutzt. Der hohe Bekanntheitsgrad von 80 % in der Schweiz wurde hauptsächlich über Sponsoring und PR-Maßnahmen herbei geführt. Sponsoring wird vor allem im Sportbereich betrieben – beispielsweise als Ausrüster des Swiss Olympic Teams oder des Schweizer Turnerverbands.

Robin Cornelius ist selbst sehr stark in die Öffentlichkeitsarbeit involviert. Vor allem durch Vorträge versucht er für das Thema Nachhaltigkeit, Verantwortung von Unternehmen und KonsumentInnen generell und in Zusammenhang mit der T&B-Industrie zu sensibilisieren und das Bewusstsein für eine sozial und ökologisch verträgliche Marktwirtschaft zu schärfen. Er trägt damit als Gründer, Mehrheitsbeteiligter und Präsident des Verwaltungsrates stark zur Glaubwürdigkeit der Marke bei. Ende 2010 wird er zudem ein eigenes Buch, mit dem Titel „Über-Leben“ veröffentlichen, in welchem er seine Sichtweise über das Leben von Werten im System Wirtschaft für die Öffentlichkeit darlegen wird. Ferner ist ein, von ihm eigens betreuter, Blog angedacht. Warum er seine Person so stark für die Vermittlung von Glaubwürdigkeit einsetzt, begründet er in folgendem Statement „Switcher ist ein großer Teil von mir. 30 Jahre meines Lebens.“ Auf diese Weise wird die Marke Switcher sehr stark durch Robin Cornelius selbst personifiziert.

In Sachen Glaubwürdigkeit setzt Switcher auf totale Transparenz, nach dem Motto „we have nothing to hide“. So wird seit 2002 jährlich ein übersichtlich gestalteter CSR Bericht (Inhalt: Organisationsstruktur, Vision & Strategie, Stationen der Switcher-Entwicklung, Stakeholder, Unternehmensführung, Managementsystem, Umwelt, Switcher-Stiftung, Schlussfolgerungen) sowie seit 2004 ein Jahresbericht über die Stiftungsprojekte veröffentlicht. Seit 2005 gibt es bei Switcher zudem eine eigene Firmenzeitung. Die FWF veröffentlicht ebenfalls jährlich einen Bericht über die Verhaltenskodex-Umsetzung bei den Switcher Lieferanten. Alle Berichte werden sowohl offline als Printausgabe, als auch online auf der Website zur Verfügung gestellt.

Je nach Involvement können sämtliche Informationen in Sachen Nachhaltigkeit über das Internet abgerufen werden. Zudem findet ein aktiver Stakeholder-Dialog auf der Facebook Gruppe von Switcher selbst und Gruppen, die von Fans gegründet wurden, statt. Zahlreiche Videos über Switcher und die sozialen und ökologischen Aktivitäten sind über Youtube abrufbar, werden jedoch auch auf Facebook gepostet. Besonders über Video wird interessierten Stakeholdern die Information sehr attraktiv und leicht verständlich, mit viel emotionalem Bildmaterial näher gebracht. Der Empfänger bekommt Einblicke, welche Auswirkungen sein Kauf von Switcher Produkten auf die Menschen, beispielsweise in Indien, hat. Viele der Switcher MitarbeiterInnen sind auch im Online Business Network Xing erreichbar, was die Kontaktaufnahme für Interessierte erleichtert.

In der Kommunikation betont Switcher stark das Thema Respekt gegenüber Mensch, Tier und Natur. Die Bilderwelt von Switcher zeigt sowohl einfache, emotionslose und informationsgeladene Produktfotos, als auch schwerpunktmäßig Familien, abgebildet in der Natur, teilweise mit Windmühlen im Hintergrund (Hinweis auf den Einsatz von Windmühlenenergie-Anlagen bei Prem Group in Indien). Immer wieder scheinen im Katalog und auf der Website auch Fotos von den Herstellungsfabriken und ihren MitarbeiterInnen, gemeinsam mit MitarbeiterInnen aus der Schweiz, auf. Auch Fotos der Stiftungsprojekte werden gezeigt. Viele Fotos, Videos, das Logo und Produktinformationsblätter stehen Online zum Download zur Verfügung.

Der Gemeinnutzen steht in Form von Respekt und Verantwortung in der Kommunikation im Vordergrund. Beispielsweise lautet die Botschaft der neuen Kampagne für das Fairtrade Bio-Shirt mit Klimaneutralisierung folgendermaßen:

„Das T-Shirt einer verantwortungsbewussten Generation. – Respekt ist unsere Antriebskraft. Respekt gegenüber der Erde, ihren Bewohnern, der Natur und den nachkommenden Generationen. Seit über 25 Jahren setzen wir uns für eine ethische und biologische Produktion ein. Wir garantieren absolute Transparenz in unserer Produktionskette – weil Konsum und verantwortungsbewusstes Handeln heute untrennbar verbunden sind.“

Im Katalog sind neben den Produktfotos und Beschreibungen zahlreiche Gütesiegel (auch eigene) angeführt, welche die Glaubwürdigkeit unterstreichen und die, für jedes Produkt einzeln, beachteten sozialen und ökologischen Aspekte (bio, fairtrade, Schadstoffbelastung, Wasserverbrauch, Rückverfolgbarkeit, Öko-Tex 100 Standard, Sonnenschutz, SA8000 etc.) verdeutlichen, wie folgende Darstellung zeigt:

Die totale Transparenz gewährleistet Switcher unter anderem mit dem Code of Respect. 98 % der von Switcher hergestellten Artikel sind mit einem Rückverfolgbarkeitscode versehen, der in Form eines Etiketts am Textil angebracht ist. Die KundInnen können diesen Code auf www.respect-code.org eingeben und erhalten Informationen, bei welchen Unternehmen und unter welchen Arbeitsbedingungen das Produkt hergestellt wurde. Zusätzlich werden auch die CO2-Belastung und der Wasserverbrauch der gesamten Wertschöpfungskette angeführt.

Robin Cornelius spricht in Zusammenhang mit Switcher von einer Educational Brand. Das ist wohl auch der Grund, warum Switcher in der Vermarktung auf die emotionale Vermittlung des Gemeinnutzens fokussiert und weniger auf den Individualnutzen.

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