Veröffentlicht in Fallstudien öko-sozial verträglicher Unternehmen der T&B-Industrie

Operatives Nachhaltigkeits-Marketing bei hessnatur – Fokus Produkte

Vor allem das Instrument Kooperation geht bei hessnatur Hand in Hand mit der Produktpolitik. Auch in der Distribution werden Partnerschaften für Cross-Selling genutzt. Zertifizierungen werden bei hessnatur spärlich eingesetzt. Die Zusammenarbeit mit glaubwürdigen Partnern sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit stehen im Vordergrund.

Leistungs- und Produktpolitik

Primär wird mit Damen-, Herren-, Kinder- und Babybekleidung gehandelt. Aber auch Handstrickgarne, Accessoirs, Schuhe, Wohnaccessoirs, Heimtextilien, Matratzen, Lattenroste und eine eigene hessnatur-Pflegeprodukteserie für Textilien ist über den Versandhandel erhältlich. In den hessnatur-Läden wird zudem die Naturkosmetiklinie Weleda angeboten. Im Bereich Mode existieren 900-1.000 Modelle und ca. 8.000 Artikelpositionen pro Saison. Schnell getaktete Neuigkeit und Abwechslung steht bei hessnatur nicht im Vordergrund – vielmehr die lange Haltbarkeit der Textilien von mehreren Jahren. Es gibt zwei Kollektionen pro Saison, eine große und eine kleine. Die erste große ist im Frühjahr/Sommer Katalog abgebildet, welcher im Januar ausgesendet wird, dannach folgt im April ein Sommerkatalog mit einer kleineren Kollektion. Im Juli erscheint der zweite Hauptkatalog mit der großen Herbst/Winter Kollektion und im Oktober schließlich ein spezielles (kleines) Weihnachtssortiment. Die hessnatur Baby-Kollektion erscheint zweimal pro Jahr und beinhaltet auch eine permanent optimierte Windelkollektion – eine echte Alternative zu Wegwerfwindeln. Ökologisch müssen die Produkte stets möglichst rein, und damit bestens gesundheitlich verträglich sein. Soziale Fairness in der Herstellung ist ebenfalls fixer Bestandteil in der Qualitätsdefinition von hessnatur.

hessnatur verwendet ausschließlich Naturfasern (nachwachsende Rohstoffe). Baumwolle, Schurwolle, Leinen, Hanf, Leder und edle Fasern wie Yakwolle, Kamelhaar, Alpakawolle, Kaschmirwolle und Seide befinden sich im Sortiment. Vorzugsweise kommen die Naturfasern aus kbA und kbT (dies wird zusätzlich über Zertifikate unabhängiger Zertifizierungsorganisationen nachgewiesen und dokumentiert). Die Grenzwerte für die nicht aus kbA und kbT stammenden Materialien entsprechen den hessnatur hauseigenen Standards, welche sich unterhalb der gesetzlichen Werte für Trinkwasser bzw. Obst und Gemüse bewegen. Bei hessnatur stammt die verwendete Baumwolle zu 100 % aus kbA, Wolle zu 30 %, Leinen zu 80 % und Seide zu 80 % (Für Unterwäsche und Babybekleidung werden nur 100 % kbA Materialien verwendet). In der Weiterverarbeitung werden bedenkliche Hilfs- und Farbstoffe nicht eingesetzt. Färbungen sowie Färbevorbehandlungen werden ohne Chlorbleiche und optische Aufheller vorgenommen und die verwendeten Farben sind entweder Naturfarbstoffe (Färbung mittels Pflanzen, Mineralien oder Cochenille mit Hilfe schwermetallfreier Beize) oder synthetische Farbstoffe (ohne Schwermetallverunreinigung und frei von gesundheitsschädigenden Azofarbstoffen). Manche Textilien verkauft hessnatur auch komplett ungebleicht und ungefärbt in ihrem Ursprungsfarbton. Sämtliche Ausrüstungen erfolgen mechanisch mit Hilfe von Dampf, Hitze oder Druck, damit die Textilien lange halten, nicht verfilzen, nicht einlaufen und gleichzeitig atmungsaktiv, wärmend, kühlend und hautfreundlich bleiben. Bei einigen Produkten gibt es eine regenabweisende Imprägnierung aus Bienenwachs, anderen pflanzlichen Wachsen und Ölen bzw. Paraffinen. Auf Motten-Käfer-Schutz-Ausrüstung, antimikrobielle (Biozid-) und Flammschutzausrüstung sowie Filzfrei-, Bügelfrei- und Pflegeleichtausrüstungen, zB durch den Einsatz von Kunstharzen, wird verzichtet. Leder wird überwiegend pflanzlich (über 90 %) und gänzlich chromfrei gegerbt.

Auch Knöpfe sind aus reinen Naturmaterialen, wie Steinnuss, Perlmutt, Horn, Holz, Leder und Glas gefertigt. Reissverschlüsse sind chrom- und nickelfrei, ebenso Schnallen und Nieten. Futterstoffe werden aus Baumwolle und Seide hergestellt.

Im Sinne einer erhöhten Funktionalität ist die Verwendung von Elasthan bis zu einem max. Anteil von 8 % pro Textil erlaubt. Das Elasthan muss jedoch komplett mit Baumwolle ummantelt sein, sodass kein direkter Hautkontakt besteht. Der Einsatz von PVC und Teflon ist nicht zulässig.

Matratzen werden aus Naturkautschuk, Kokoskautschuk, Rosshaar, Schurwolle, Baumwolle (ebenfalls kbA und kbT) und Lattenroste aus Buchenholz, ohne Metall, angeboten.

„Wichtig ist, dass die Bio-Naturfasern auch in der Weiterverarbeitung nicht mit Chemikalien belastet werden – ansonsten nutzt das ganze Bio nichts, außer natürlich, dass die Leute auf dem Anbaufeld nicht unnötig von Chemikalien belastet werden. Dem Endkunden bringt es nur etwas, wenn die Naturfaser bis zum Schluss schadstofffrei gehalten wird – sprich die ganze Prozesskette der Verarbeitung entlang, nur dann ist es wirklich als Fertigprodukt immer noch Bio. Viele bieten Produkte aus Bio-Baumwolle an, achten aber in der Weiterverarbeitung überhaupt nicht mehr auf den Chemikalieneinsatz und der Endverbraucher meint dann, er kauft sich ein schadstofffreies Kleidungsstück, wenn bio drauf steht … also bio ist nicht gleich bio …“, so Wolf Lüdge zum Thema, wie Bio bei hessnatur definiert wird.

hessnatur arbeitet mit insgesamt 116 Lieferanten und 152 Produktionsstätten zusammen. Etwa 60 % der Betriebe befinden sich innerhalb von EU-Mitgliedsstaaten. Auch in Hochlohnländern wie Deutschland, Frankreich, Holland und Österreich. Viele „Spezialisten“ für die Verarbeitung bestimmter Fasern sind gerade auch in deren Anbauländern zu finden. So bezieht hessnatur etwa aus China hauptsächlich Artikel aus landestypischen Fasern, zum Beispiel Seide, Hanf oder Edelhaare, wie Kaschmir. Sowohl die Gewinnung, als auch die Verarbeitung dieser Fasern findet heute zu großen Teilen in China statt. Kompetenzzentren für die Verarbeitung von Baumwolle liegen heute unter anderem in der Türkei, für die Konfektion von Jersey und Nachtwäsche im Baltikum. Gleichzeitig werden zunehmend Konfektionsbetriebe gerade auch in Deutschland geschlossen. Fachliches Know-How geht verloren. Eine weitere Verlagerung der Produktion ins Ausland ist damit bei der großen Artikelvielfalt von hessnatur nicht zu vermeiden. Insbesondere in kritischen Produktionsländern überprüft hessnatur die Arbeitsbedingungen in den Betrieben deshalb sehr intensiv und wählt neue Lieferanten besonders sorgfältig aus.

Naturfaser-Projekte

Öko-Pioniere wie hessnatur haben meist Probleme mit der Verfügbarkeit von biologischen und fair gehandelten Rohstoffen. Das ist wohl auch der Grund, warum hessnatur viele der Anbauprojekte selbst initiiert und aktiv mit betreut. Im Folgenden werden einige der Projekte vorgestellt:

Baumwolle

1990 startete hessnatur das weltweit erste Bio- Baumwoll-Anbauprojekt mit der Sekem-Farm in Ägypten. Bio-Baumwollanbau gab es bis dato nicht, so musste hessnatur selbst aktiv werden und zusammen mit der Sekem-Farm das Projekt initiieren. Heute stammen die ca. 400 t Jahresbedarf an Baumwolle größtenteils aus der Türkei, aus Peru und aus dem hauseigenen Fairtrade Anbau-Projekt, gemeinsam mit Helvetas, in Burkina Faso in Afrika.

Rhönschafwolle-Projekt in Deutschland

Das Rhönschaf ist eine landschaftstypische Schafrasse der Rhön (Gebirge zwischen Bayern, Hessen und Thüringen), die durch das hessnatur-Projekt wieder als heimischer Wolle-Lieferant populär wurde – die Gesamtpopulation des Rhönschafes liegt nur mehr im fünfstelligen Bereich. hessnatur gibt den Schafzüchtern eine Abnahmegarantie für ihre Wolle und unterstützt somit den Fortbestand der traditionellen Schafrasse.

Flachsanbau (Leinen) in Deutschland

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Biologisch Dynamische Forschung (IBDF) e.V. in Darmstadt (mit unterstützender Start-Förderung des Landes Hessen) wurde ein Bio-Flachsanbau Projekt in Hessen ins Leben gerufen. Die Zusammenarbeit mit dem IBDF ist Anfang 2010 ausgelaufen. Ziel ist ein 100 % (dzt. 30 %) deutsches hessnatur Bio-Leinen Sortiment. Seit 2009 werden 100 Tonnen Flachsstroh auf 25 Hektar Anbaufläche gewonnen, damit unterstützt hessnatur die Existenzsicherung der Öko-Bauern in Deutschland.

Alpakawolle in Peru

Direkt in Peru, werden Produkte aus der Wolle, des aus den südamerikanischen Anden stammendem Suri-Alpakas, gemacht. Matthias Hess, Sohn von Firmengründer Heinz Hess, kümmert sich vor Ort um die Beschaffung und Verarbeitung der Wolle.

Seidenprojekt in China

Tierschützer stufen die Züchtung und Tötung von Raupen bzw. Faltern für Zwecke der Faserherstellung als kritisch ein.  Abgesehen von diesem Punkt ist die Seidenherstellung Lebensgrundlage vieler Bauern. Auch in der Herstellung von Seide gibt es inzwischen ähnliche Probleme wie im Anbau mit anderen Naturfasern, wie hoher Pestizideinsatz und Kunstdünger. Auch Hormon- und Genmanipulation wird in Zusammenhang mit der Seidenherstellung betrieben. Im Jahr 2001 hat hessnatur gemeinsam mit ALKENA das SABA-Projekt (Sichuan ALKENA Biodynamik Agriculture), in der Gegend von Jiangyou (China), mit Hilfe staatlicher Subvention gestartet. Über 600.000 Maulbeerbäume (einzige Nahrung der Maulbeerseiden-Spinner „Bombix Mori“), hunderte von Obstbäumen und ca. 5.000 andere Bäume wurden inzwischen nach dem Konzept des biologisch-dynamischen Landbaus gepflanzt. Bevor gepflanzt werden konnte, mussten 13 km Straße, eine Hochspannungsstation mit mehreren km Zuleitung und eine Wasserpumpstation errichtet werden. Die Terrassierung des Hügels, der Bau eines Bewässerungsbeckens und das Anlegen der Saatfelder rundeten die Infrastruktur ab.

Die biologische Anbauweise wirkt sich äußerst positiv auf die Größe der Raupen aus, welche dickwandige und fleckenlos weisse Cocons produzieren. Zudem verändert der biologisch-dynamische Landbau des Projektes auch die Lebensumstände der Bauern im betreffenden Gebiet positiv und gilt inzwischen als Prestige-Objekt in China. Am Projekt arbeiten ein Projektleiter und 12 Festangestellte. Für anfallende Arbeiten wird mit Bauern aus der Umgebung zu einem fairen Arbeitslohn gearbeitet. Die Bauern profitieren durch Schulungen im biologisch-dynamischen Landbau auch für ihre eigenen Betriebe. Somit unterstützt hessnatur gleichzeitig die Umwelt sowie die Menschen vor Ort und gewinnt qualitativ hochwertigste Seide für die eigene Produktpalette.

Energie

hessnatur bezieht am Standort in Butzbach Öko-Strom (Wasserkraft und Sonnenenergie). Der Verkaufsladen in Butzbach wird mittels Erdwärme geheizt.

Verpackung

hessnatur verwendet ausschließlich umweltfreundliche Verpackungsmaterialien, wie Kartons, Banderolen und Tüten aus recyceltem Papier bzw. aus Wellpappe mit Öko-Signet, Bio-Baumwollbeutel und wenn Plastik, dann Polyethylen (welches für den Menschen kein gesundheitliches Risiko darstellt, da aus Ethylen).

Cross Selling (Kooperation)

Neben der Kooperation mit der Naturkosmetiklinie Weleda, welche in den hessnatur-Läden angeboten wird, ist auch die aktive Nutzung des Cross Selling Potentials mit anderen Partnern ein immer gewichtigeres Thema. Unternehmen, deren Zielgruppe die gleichen Werte teilen, wie die von hessnatur, tun sich zusammen und machen ihre Kontakte mit Hilfe der Beilage von Informationsmaterial bei Paketen und/oder Katalogversand gegenseitig auf sich aufmerksam. Aktuelle Cross Selling Partner von hessnatur sind die Grüne Erde (Naturholzmöbel), das Hotel Rogner in Bad Blumau in der Steiermark (positioniert sich im Bereich Ökotourismus und verwendet die hessnatur Heimtextilien), die Zotter Schokoladenmanufaktur und Sonnentor (Gewürze und Tees).

Sourcing-Center

Seit Kurzem öffnet sich hessnatur auch dem B2B-Geschäft. Es werden Produkte mit hessnatur-Label, mit fremdem Markenlabel (optional mit „made by hessnatur“) sowie Produkte ohne Label produziert. Großabnehmer, Institutionen, Unternehmen und Veranstaltungen, die Kleidung aus öko-sozial verträglicher Herstellung verwenden wollen, können das hessnatur Sourcing-Center für sich in Anspruch nehmen. Für viele ist ein Werbegeschenk inzwischen mehr geworden, als eine auf das Textil gedruckte Botschaft, das Textil selbst wird zur Botschaft und unterstützt ein gutes Image. Nachhaltigkeit ist u.a. auch aus diesem Grund für Großabnehmer interessant geworden.

Soziales

Deutschland

hessnatur gilt in Deutschland als familienfreundlicher Betrieb. Nach dem Mutterschaftsurlaub haben die Mütter die Möglichkeit mit einem Teilzeit-Job wieder ins Berufsleben ein zu steigen. Zudem sind Kinder-Hochstühle fixer Bestandteil der Kantine und viele der MitarbeiterInnen essen gemeinsam mit ihren Familien zu Mittag. Ein Mitarbeiter äußerte sich im hessnatur-Blog positiv über die Möglichkeiten der Vereinbarung von Familie und Beruf bei hessnatur – auch in kleinen Dingen des Alltags, wie einem privat notwendigen Telefongespräch, kurzfristigem Problemlösungsbedarf etc. Da die Idee der Unternehmensgründung über ein Baby entstand (das erste Kind von Heinz Hess) und auch heute Familien zu den Hauptkunden von hessnatur gehören, ist die Unternehmenskultur dementsprechend familienfreundlich geprägt. Das jährliche, vom Betriebsrat organisierte, Sommerfest für MitarbeiterInnen und ihre Familien leistet ebenfalls einen Beitrag zur integrierten Firmenkultur. Die Lohnpolitik ist auch in Deutschland fair ausgelegt. Die Gleichstellung der Geschlechter ist für hessnatur selbstverständlich. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist die Devise. hessnatur zahlt seinen MitarbeiterInnen zusätzlich zum tariflichen Urlaubsgeld noch ein Weihnachtsgeld, zudem sind alle MitarbeiterInnen am Gewinn beteiligt. Diese Beteiligung kann durchaus bis zu 1.500 EUR netto zusätzlich pro Jahr betragen. Auch finanzielle Zuwendungen für Jubilare (zB bei längeren Dienstverhältnissen) und Geschenke bei Kindsgeburten sind bei hessnatur vorgesehen.

Bio-Baumwollanbau in Burkina Faso

Zusammen mit Helvetas (Schweizer Entwicklungsorganisation) wird der Anbau von Fairtrade Bio-Baumwolle in Burkina Faso gefördert. hessnatur garantiert eine jährliche Abnahmemenge von ca. 150 t. Über 2.000 Bauern sind an diesem Projekt beteiligt und profitieren von fairen Preisen (40 % über dem Weltmarktpreis), bestehend aus einer 20 %-igen Bio-Prämie und einem 20 %-igen Fairtrade-Zuschlag, der in soziale Projekte vor Ort investiert wird (Schulen, Büchereien etc.). Durch den giftfreien Anbau, wird zudem die Gesundheit der Bauern geschützt und durch die Fruchtwechselwirtschaft (meist bauen die Bauern ihre eigene Nahrung mit auf dem Feld an), bleibt der Boden fruchtbar und ihre angebauten Nahrungsmittel ebenfalls giftfrei. Die Glaubwürdigkeit von Helvetas unterstützt dabei die Glaubwürdigkeit von hessnatur – ein Fairtrade Siegel, welches 2 % Mehrkosten der Rohware bedeuten würden, erübrigt sich dadurch lt. Wolf Lüdge.

Gewährleistung der Einhaltung von sozialen Standards in der Weiterverarbeitung durch die Mitgliedschaft bei der FWF

2005 wurde hessnatur als erstes deutsches Unternehmen Mitglied der MSI FWF. Die Umsetzung der Sozialstandards (nach Vorgaben der ILO) bei den Lieferanten wird vor allem in kritischen Ländern begleitet. Ein Mal im Jahr verschaffen sich die Repräsentanten der Zivilgesellschaft (die IG Metall für die Gewerkschaften und die CIR für die NGO-Seite der CCC) einen Einblick, wie weit hessnatur in Bezug auf die Umsetzung der Arbeitsrechte ist und wie die Einkaufspolitik gestaltet wird.

Integrationswerkstätte in Kathmandu

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, hier gibt es noch archaische Krankheiten – wie zum Beispiel Lepra. Wer befallen ist, wird von der Gesellschaft ausgestoßen. Darum gründete der Verein Nepra e.V. aus Deutschland 1989 eine Leprastation in Kathmandu. Dass Lepra heilbar ist, war damals längst nicht allen Nepalesen bekannt. Doch auch für die Geheilten war eine Rückführung in die Gesellschaft beinahe unmöglich. Die Initiative von Nepra e.V., eine Integrationswerkstatt zu gründen, in der ehemals kranke und gesunde Menschen zusammen arbeiten können, findet heute als ein gelungenes Resozialisierungsmodell weltweit Beachtung. In Projektdörfern wie Sewa Kendra und Kalaiya Bara finden 434 Menschen in diesen Textilwerkstätten Arbeit. Sie weben feinste Fäden aus Wolle, Kaschmir und Pashmina zu kostbaren Stoffen, aus denen dann exquisite Kleidungsstücke entstehen, unter anderem auch für hessnatur.

Schulkleidung (keine Uniform)

Gerade bei Kindern und Jugendlichen an Schulen ist der Markenzwang und -neid störend für das Gemeinschaftsgefühl. hessnatur will gesunde, faire und gemeinschaftsstiftende Kleidung für den Schulalltag fördern und bietet deshalb eine Schulkleidungs-Kollektion zum Selbstkostenpreis an. Die Kleidung wird in den Wunsch-Farben der Schule und mit individuellen Schullogos hergestellt. Zur Bestickung mit Schullogos wird mit der Behindertenhilfe Wetterau zusammengearbeitet. Insgesamt haben bereits 16 Schulen hessnatur Schulkleidung, weitere 40 Schulen haben Interesse bekundet.

Zusammenarbeit mit Grameen Knitwear

Seit 2008 gibt es eine Zusammenarbeit von hessnatur mit Dr. Muhammad Yunus bzw. mit Grameen Knitwear, einer Non-Profit-Tochtergesellschaft der Grameen Foundation. Grameen Knitwear ist eine Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, die hochwertige Jersey-Bekleidung und -textilien nach GOTS-Standards unter vorbildlich sozialen Bedingungen herstellt und in alle Welt exportiert. hessnatur zahlt für jedes produzierte Bio-Baumwolle T-Shirt einen fairen Preis und einen Aufschlag, welcher der Grameen Shikka Inititative zu Gute kommt, die sich für die Aus- und Weiterbildung sozial benachteiligter Menschen in Bangladesch einsetzt.

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