Veröffentlicht in Relevanz von Nachhaltigkeit im T&B-Sektor

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Zu den Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen mittels Diskriminierung auf Grund des Geschlechts und der physischen und psychischen Misshandlungen, kommen Krankheiten, die durch ihren Arbeitsplatz bedingt sind, hinzu. Genesungsurlaub bzw. Krankenstand gibt es nicht (vgl. Klein 2001, S. 223):

„In der Fabrik ist es sehr heiß. Die Belüftung ist schlecht. Man schwitzt und trocknet aus. Der Staub verstopft die Nase. Um Wasser zu trinken oder auf die Toilette zu gehen, braucht man eine Erlaubnis. Dort überprüfen Sicherheitskräfte den Firmenausweis, da man nicht öfter als ein- oder zweimal täglich austreten darf. Die Anlagen sind verschmutzt, es gibt kein Toilettenpapier. Auch das Trinkwasser ist nicht gereinigt. Beim Verlassen der Fabrik müssen wir entwürdigende Durchsuchungen über uns ergehen lassen.“ (Werner-Lobo 2008, S. 90-91)

Kontrollierte Toilettengänge sind keine Seltenheit. Manche Arbeitgeber öffnen Toiletten während der gesamten Arbeitszeit nur zweimal für jeweils fünfzehnminütige Pausen. Näherinnen erzählen, dass sie manchmal in Plastiktüten urinieren, die sich unter ihren Nähmaschinentischen befinden (vgl. Klein 2001, S. 223). Viele der Näherinnen vermeiden durch diese Vorgaben zu trinken, was bei den nichtklimatisierten, oft überhitzten Räumen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Sicherheit am Arbeitsplatz ist keine Selbstverständlichkeit in Billiglohn-Fabriken. Zu viele Menschen sterben auch auf Grund von Fabrikseinstürzen, -unfällen oder -bränden (vgl. Burckhardt 2006, S. 7).

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