Veröffentlicht in Relevanz von Nachhaltigkeit im T&B-Sektor

Nachhaltigkeits-Boom in der T&B-Industrie

Die Differenzierungsmöglichkeiten durch auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategien, haben bereits zahlreiche Unternehmen in der T&B-Industrie erkannt. Der Markt für „saubere“ Mode wächst: Lt. Buchautorin und Bloggerin für öko-sozial nachhaltige Mode, Kirsten Brodde, gibt es inzwischen 450 Labels, die erkannt haben, dass Kleidermachen auch anders geht. Die meisten kommen aktuell aus Großbritannien, den USA, aber auch aus Deutschland (vgl. Amann 2009).

Die größtenteils schlechten Arbeitsbedingungen in der T&B-Industrie sind zum Teil auf normativ akzeptierte und institutionalisierte Praktiken rückzuschließen. Die Entscheidungskriterien „niedrige Preise“ und „niedrige Produktions­kosten“ von KonsumentInnen und Markenherstellern sind in ihrem Kern nicht unmoralisch, die damit herbeigeführten Nebenerscheinungen jedoch sehr (vgl. Wieland 2008, S. 80). T-Shirts um 5 EUR, Jeans ab 25 EUR … derartige Preise machen es den KonsumentInnen leicht, sich von der Klamotte zu trennen, sobald die neue Kollektion da ist. Dumping-Preise und schnell wechselnde Sortimente zeichnen Großhandelsriesen wie H&M, C&A, Pimkie und Co aus. Mehr als eine Billion Dollar geben Menschen weltweit in einem Jahr durchschnittlich für Kleidung aus. Ein Drittel des Umsatzes wird in West-Europa geshoppt, ein weiteres Drittel in Nord-Amerika und ein Viertel in Asien (der Rest verteilt sich auf die übrigen Regionen der Welt) (vgl. Pientka 2007).

Der weltweite Umsatz mit Biotextilien pro Jahr hat sich seit 2006 vervierfacht. Im Jahr 2009 wurde er auf 4 Mrd. Dollar geschätzt. Die Produktion von Bio-Baumwolle ist dabei innert 4 Jahren von 20.000 auf 178.000 Tonnen gestiegen, liegt aber dennoch immer noch unter 1 % am Baumwolle-Weltmarkt. Begründet liegt die Steigerung vor allem in den Bio-Baumwolle Einkäufen von Textilketten-Riesen wie Walmart, Nike, Woolworth, Coop Schweiz, C&A, H&M etc. (vgl. Steinbach 2010, vgl. Brodde/Grund 2008). Wobei Bio nicht unbedingt Fairtrade bedeutet und der Bio-Baumwolle Anteil pro Textil teilweise sehr gering ist (ca. 20 %). Dennoch zeigt diese Entwicklung, eine gewisse Attraktivität des Marktes für öko-sozial verträgliche Textilien auf.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s